Der Schulweg – ein guter Anlass bewegt in den Tag zu starten

Immer mehr Kinder kommen mit dem Auto zur Schule, obwohl die Strecken meist überschaubar sind und gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden könnten. Wenn zu viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, entsteht durch den erhöhten Autoverkehr zudem oft ein Verkehrschaos vor dem Schultor, das die Situation auf der Straße unübersichtlich macht. Dabei ist der Schulweg eine wichtige Erfahrung, die Kinder machen müssen, um ein selbstständiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu lernen. Kinder, die überall mit dem Auto hingefahren werden, haben diese Übung der frühen Verkehrserziehung nicht. Dadurch kann es gefährlich werden, wenn sie doch mal einer Gefahrensituation im Verkehr ausgesetzt sind.

Ein weiterer Vorteil, den Schulweg und auch andere Wege zu Fuß zurückzulegen, spiegelt sich in der Auswirkung auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kinder wider. Regelmäßige Bewegung stärkt die Abwehrkräfte, beugt Haltungsschäden, Stoffwechselerkrankungen und Übergewicht vor. Im Durchschnitt sitzen Kinder heute 9 Stunden am Tag und bewegen sich entsprechend wenig. Da nicht nur Sport, sondern jede Art von Bewegung diesen Auswirkungen entgegenwirkt, ist der Fußweg zur Schule eine gute präventive Maßnahme.

Um darauf aufmerksam zu machen, wurde der weltweite Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ ins Leben gerufen. Seit 1994 werden in diesem Rahmen in Deutschland und vielen weiteren Ländern weltweit „Zu-Fuß-zur-Schule-Aktivitäten“ durchgeführt. Starttag ist immer der 22. September bzw. der darauf folgende Montag. An diesem Tag beginnen jedes Jahr verschiedene Aktionen, die dazu aufrufen das Auto stehen zu lassen und den Weg zu Schule und Kita zu Fuß zurückzulegen. Auf der Projektseite des Deutschen Kinderhilfswerks werden die verschiedenen Aktionen gesammelt.

Eine weitere Initiative, um den Schulweg bewegt zu gestalten, wurde 2005 von der Universität Paderborn entwickelt. Unter der Leitung von Prof. Dr. W.-D. Brettschneider, der auch als Mitglied des Fachbeirats die der Plattform Ernährung und Bewegung e.V.in wissenschaftlichen Fragen unterstützt, , wurde der „Walking Bus“ entworfen. Dabei handelt es sich nicht um einen echten Bus, sondern eine Gruppe von Kindern und Eltern, die den Bus darstellen. 8 bis 14 Kinder werden von 2 Erwachsenen zu Fuß zur Schule und auf dem Heimweg auf einer festen Route mit festgelegten „Haltestellen“ begleitet. Ziel ist, möglichst viele Grundschulkinder ohne Sicherheitsrisiko zu Fuß zur Schule zu begleiten. Auf diese Weise wird Bewegungsmangel und Übergewicht vorgebeugt und durch die körperliche Aktivität die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gefördert. 2008 war der „Walking Bus“ bereits so etabliert, dass er an 28 Schulen eingerichtet war. Auf rund 50 unterschiedlichen „Walking Bus-Linien“ gelangen so bisher 1300 bis 1500 Kinder täglich zu Fuß zur Schule. Informationen zum „Walking Bus“ bietet die Internetseite http://www.paderborn.de/microsite/walking_bus/index.php?p=. Dort können stehen zudem Hinweise und Informationen bereit, um die Aktion auch an der eigenen Schule zu starten.

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