Archiv der Kategorie: Hintergrundwissen

Hallo Herbst!

Der Herbst hat nun meteorologisch und kalendarisch begonnen. Die Tage werden langsam wieder kürzer und die Temperaturen fallen. Auch die Zeitumstellung stellt unseren Bio-Rhythmus wieder auf eine Probe, selbst wenn wir uns über eine Stunde „mehr“ freuen dürfen. Trotzdem bietet der Herbst kulinarische und bewegende Anlässe für die ganze Familie.

Erntehelfer
Fast alle Obst- und Gemüsesorten sind das ganze Jahr im Supermarkt erhältlich. Jetzt haben Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kürbisse Hochsaison. Besonders viel Spaß macht es, diese direkt von den Feldern und Bäumen zu pflücken! Gerade Äpfel, Birnen und Pflaumen sind noch bis Ende Oktober reif. Natürlich darf nicht der nächstbeste Apfelbaum mit einer Leiter angesteuert und leergepflückt werden. Wenn also nicht gerade ein Baum im heimischen Garten zur Verfügung steht, gibt es hervorragende Seiten im Internet, welche einem die Suche erleichtern. Beispielsweise unter Mundraub.org: Hier handelt es sich um eine kostenlose Online-Plattform, auf der eine webbasierte Karte die Standorte von Obst und Kräutern im öffentlichen Raum abbildet. Dank einer Vernetzung von über 30.000 Menschen, welche bereits die Plattform nutzen, werden Fundorte, Erfahrungen und Rezepte miteinander geteilt und ausgetauscht. Dafür organisieren sie auf mundraub.org Aktionen oder schließen sich in Gruppen zusammen. So erfahren Kinder gleichzeitig nicht nur den Spaß, Obst und Gemüse selbst zu ernten, sie lernen auch gleich etwas über die Herkunft und entwickeln eine Wertschätzung für die Früchte.

Erlebniswelt Natur
Wenn die Eltern mit ihren Kindern ohnehin schon eine Obstpflück-Aktion geplant haben, kann diese doch gleich zu einer Fahrradtour oder einem Tagesausflug mit Wanderung am Wochenende ausgedehnt werden. Die Standorte der Obstbäume sind dank sorgfältiger Recherche ja bekannt, jetzt gilt es noch, diese in der Natur zu finden. „Geocaching“ oder „GPS-Schnitzeljagd“ hat schon viele in ihren Bann gezogen. Hier geht es darum, mittels GPS-Daten einen „Schatz“ zu finden. Wie wäre es mit einem saftigen goldgelben Apfel als Schatz? Ganz nach dem Vorbild des „Geocaching“, können die Eltern die Pflückaktion in eine Schatzsuche verwandeln, indem sie verschiedene Obstbäume in der Umgebung auf einer Landkarte einzeichnen und sich dann gemeinsam mit ihren Kindern an einem sonnigen Herbsttag auf die Suche machen. Dafür benötigt man nicht unbedingt ein GPS-Gerät. Wer weiß, vielleicht winkt ja auch die Aussicht auf einen leckeren Obstkuchen, wenn alle eingezeichneten Bäume gefunden wurden!

Couchpotatoes aufgepasst!
Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, verleitet die frühe Dunkelheit zur Gemütlichkeit. Die Sitzzeiten vor dem Fernseher oder der Spielekonsole einiger Kinder erhöhen sich so ebenfalls. Hier gilt jedoch: Weniger (Medienzeit) ist mehr (Zeit zum bewegten Spielen)! Hierfür hat peb sogenannte Mediennutzungsverträge zwischen Eltern und Kindern entwickelt. Mithilfe der „Verträge“ können Eltern und Kinder Regeln über die Nutzung von Bildschirmmedien und Einhaltung von Bewegungszeiten zum Ausgleich vereinbaren.
Die „Mediennutzungsverträge“ und weitere Informationen zum Sitzenden Lebensstil finden Sie hier:
http://www.pebonline.de/359.html

Die Ferienzeit ist vorbei – Strukturen geben Halt im neuen Schulalltag

Nach sechs Wochen Ferien heißt es im neuen Schuljahr wieder „die Schulbank drücken“ statt den ganzen Tag spielen zu können

Die Ferien sind zu Ende. Das bedeutet für alle Schulkinder, dass sie sich wieder in einen Alltag mit geregelten Schulstunden, Hausaufgaben und frühem Aufstehen einfinden müssen. War der Tagesablauf der vergangenen sechs Wochen geprägt von bewegten Freizeitaktivitäten, muss nun im Unterricht wieder aufgepasst und längere Zeit am Stück stillgesessen werden. Der Tag erfordert wieder mehr Disziplin und Konzentration. Nach einem langen Schultag brauchen Kinder erst ein-mal eine Pause, in der sie vom Schultag abschalten können. Bewegung und von ihrem Tag erzählen zu können, hilft ihnen dabei. „Bewegung ist der natürliche Zustand des Kindes. Täglich mindestens eine Stunde draußen spielen, ist genauso wichtig wie Hausaufgaben machen! Bewegungszeiten sollten im Tagesablauf ebenso ihren festen Platz finden wie Essen und Trinken.“ so Prof. Dr. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Mitglied des Fachbeirats der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb). Nach einer Pause fällt es dann auch viel leichter an die Hausaufgaben zu gehen. Und auch dabei gilt die Faustregel: alle 20 Minu-ten aufstehen und sich eine Weile bewegen. Das fördert nicht nur die Konzentration, sondern wirkt einem Sitzenden Lebensstil entgegen.

Strukturen geben Halt im vollen Schultag
Ein gut strukturierter Tagesablauf mit festen Zeiten hilft einem Kind, sich in der neuen Situation des straffen Schultages zurecht zu finden und Überforderung vorzubeugen. Ein großer Stundenplan, in dem neben den Schulstunden auch Spiel- und Entspannungszeiten eingetragen werden, hilft einem Kind, den Tag zu gliedern und den Überblick zu behalten. Um der Hektik am Morgen vorzubeugen, sollte der Schulranzen immer schon am Abend vorbereitet werden.

Guter Start in den Tag
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres bleibt auch morgens wieder weniger Zeit. Boten die Ferien die Möglichkeit, morgens ausgiebig zu frühstücken, bleibt in vielen Familien in der morgendlichen Hektik dafür oft kein Platz mehr. Besonders das Frühstück ist jedoch wichtig, um die Energiespeicher aufzufüllen. Fällt es weg, hat das Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit. Kein guter Start in den Tag! Besser ist es, den Wecker etwas früher zu stellen und genügend Zeit für ein gemeinsames Frühstück einzuplanen. Auch wenn ein Kind morgens noch nichts runter bekommt, sollte es zumindest ein Glas Milch oder Kakao trinken. Ein zweites Frühstück kann dann in der Unterrichtspause nachgeholt werden. Eine liebevoll gefüllte Brotdose hilft, das Frühstück für das Kind interessant zu machen. Verschiedene Brotsorten und Beläge bringen Vielfalt in die Frühstückspause. Salatblätter auf dem Brot, Gemüsesticks oder Obst sorgen für noch mehr Abwechslung. Eine stabile Brotdose stellt sicher, dass nichts im Ranzen zerquetscht wird. Wichtig ist auch ein Getränk. Beispielsweise benötigen zehnjährige Kinder am Tag etwa einen Liter Flüssigkeit, mit jedem Alter und bei viel Bewegung wird es mehr. Daher sollte immer auch an eine Flasche mit Wasser oder Fruchtschorle gedacht werden.

Schulzeit = Sitzzeit? Macht den peb-Sitzcheck!

Spätestens im September enden für viele Kinder und Jugendliche die Sommerferien und es heißt wieder „ab in die Schule!“. Die ersten Wochen des neuen Schuljahres sind geprägt von vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Eines haben jedoch fast alle Schüler gemeinsam, die in ein neues Schuljahr starten: Je älter sie werden und je höhere Klassen sie besuchen, desto höher wird auch der Anspruch an ihre schulischen Leistungen. Die Hausaufgaben sind auf einmal nicht mehr in einer halben Stunde erledigt. Daher gilt sowohl für Zuhause als auch für den Schulunterricht: Mit dem Ferienende dominieren sitzende Beschäftigungen wieder den Alltag.

Wo über die Ferien hinweg Raum für Spiel und Spaß war, muss nun einen Großteil des Tages wieder still gesessen und gelernt werden. Auch die Frei-zeit verbringen viele Kinder und Jugendliche zunehmend im Sitzen, ob beim Chillen mit Freunden oder bei der Nutzung von Bildschirmmedien. Studien zeigen, dass die meisten Jugendlichen etwa neun Stunden täglich im Sitzen verbringen, das sind rund 70 Prozent der wachen Zeit des Tages. Dieser Sitzende Lebensstil vieler Kinder und Jugendlicher kann schwerwiegende Fol-gen nach sich ziehen: Das Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch kann schon im Kindes- und Jugendalter zu einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes führen. Auch eine verringerte Knochendichte, eine niedrige körperliche und intellektuelle Leistungsfähigkeit sowie eine aggressive Verhaltensweise können mit einem Sitzenden Lebensstil einhergehen. Dem Sitzenden Lebens-stil und seinen Folgen kann aber bereits mit wenig Aufwand entgegengewirkt werden. Dazu gibt z.B. der Sitz-Check von peb praktische Anregungen und Empfehlungen.

Mit dem Sitz-Check hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) ein Tool entwickelt, das Familien für die Risiken des Sitzenden Lebensstils sensibilisiert und Ihnen wertvolle Tipps gibt, wie man mehr Bewegung in den Alltag bringen kann. Eltern und Kinder können damit ihr Wissen zum Sitzenden Lebensstil und ihre eigenen Sitzgewohnheiten hinterfragen. Nach fünf Minuten erhalten alle Interessierten eine Einschätzung ihres Sitz-Typs und entsprechende Empfehlungen für einen Alltag in Bewegung.

Hier geht´s zum Sitz-Check:  http://www.pebonline.de/projekte/sitzender-lebensstil/sitz-check/

 

 

Elternmonat Mai

Im Wonnemonat Mai werden beide Elternteile mit Feiertagen bedacht. Das ist gleichzeitig die Gelegenheit für Kinder Verantwortung im Haushalt zu übernehmen.

Berlin, Mai 2015 – der Muttertag liegt hinter uns, der Vatertag – eigentlich der kirchliche Feiertag Christi Himmelfahrt – steht vor der Tür. Zumeist erhalten Mütter und Väter jeweils etwas Selbstgebasteltes oder Blumen. Mutter- und Vatertag bieten darüber hinaus aber auch eine tolle Gelegenheit für Kinder Verantwortung zu übernehmen, z.B. in dem für diesen Tag die Rollen im Haushalt getauscht werden.

Verantwortung und Kompetenz
Aber warum muss es eigentlich bei diesem einen besonderen Tag bleiben? Sollten Kinder nicht dauerhaft lernen Verantwortung im gemeinsamen Familienalltag zu übernehmen? Dafür brauchen Kinder Aufgaben mit denen sie wachsen können. Und das kann in jedem Alter gelingen. Angefangen mit der Aufgabe den Tisch zu decken für die Kleinen, bis hin zu der Zuständigkeit an einem Wochentag komplett einzukaufen und zu kochen für die Großen. Wichtig ist, dass die Aufgaben altersentsprechend verteilt werden und mit den Vorlieben und Interessen der Kinder im Einklang sind – und darüber hinaus eine echte Entlastung für den Familienalltag bringen. Damit lernen die Kinder nicht nur etwas fürs Leben, sie erwerben darüber hinaus auch Haushalts- und Ernährungskompetenz. Und diese Kompetenzen sind unverzichtbar, um später einen ausgewogenen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung zu pflegen.

Aller Anfang ist gut
Mutter- und Vatertag bieten eine erstklassige Gelegenheit die Interessen und Talente der Kinder bei Haushaltsdingen herauszufinden und erste Aufgaben zu erproben. Viele Kinder bekommen den Aufwand, der hinter einem langen Tag und den erledigten Aufgaben steckt oftmals nicht oder nur teilweise mit. Diese besonderen Tage der Eltern können also durchaus als Einstieg genutzt werden, da die Kinder den Eltern an diesen Tagen ohnehin mehr unter die Arme greifen. Um die Rollen auch richtig tauschen zu können, dürfen sich die Kinder aber erstmal überlegen, welche Aufgaben denn für ihre Eltern über den Tag hinweg anfallen. Sind dann alle zu Papier gebracht, kann neu gemischt werden und die Kinder teilen sich die Aufgaben untereinander auf. So werden die Kleinen schnell merken, welchen wichtigen Beitrag auch sie für einen reibungslosen und harmonischen Ablauf innerhalb der Familie leisten können. Wer sich dann noch wertgeschätzt fühlt, für das was er tut, erle-digt seine Aufgaben natürlich gleich viel lieber, das gilt für die Eltern genauso wie für die Kinder. Aller Anfang ist zwar schwer aber nichtsdestotrotz auch unerlässlich.

Grün ist die Stadt

Auch ohne eigene Grünfläche können Familien gärtnern und genießen

Berlin, April 2015 – Der Frühling beginnt – zwar noch etwas zaghaft – aber diese Zeit eignet sich perfekt, um einen kleinen Garten anzulegen. Schon mit einfachen Hilfsmitteln können Kinder das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen erleben. Dazu wird nicht mal ein eigener Garten oder ein riesiger Balkon benötigt. Auch auf der Fensterbank oder auf der Küchenanrichte lässt sich ein kleines Kräuterbeet anlegen. Beachtet man dann noch, welche Sorten sich im April besonders zur Aussaat lohnen, steht dem eigenen kleinen Gärtnerglück nichts mehr im Wege. Oder wie wäre es mit einer kleinen Wildblumenwiese in den noch kargen Rabatten vor dem Haus? Da haben auch Nachbarn und Fußgänger ihre Freude daran.

Planen, pflanzen, genießen!
Nicht jede Obst- oder Gemüsesorte ist für die Aussaat im Frühjahr oder gar für die Fensterbank geeignet. Der April beispielsweise ist der richtige Monat, um Kartoffeln und Zucchini anzupflanzen. Wer es etwas kleiner mag, kann auch Radieschen aussäen. Anhand eines Jahreszeitenkalenders können Kinder herausfinden, welche Gemüse- oder Obstsorten wann Saison haben. Auch beim Einkauf im Supermarkt können Eltern ihren Kindern zeigen, dass Obst und Gemüse manchmal weit gereist sind. Nur was gerade Saison hat, ist auch aus heimischem Anbau frisch verfügbar. So lernen Kinder auf spielerische Weise Lebensmittel wertzuschätzen und werden neugierig darauf Unbekanntes zu probieren.

Recycling-Kresse
Statt den Joghurtbecher nach dem Auslöffeln direkt zu entsorgen, kann dieser nach dem Ausspülen ruckzuck zu einem kleinen Blumentopf umfunktioniert werden. Einfach ein wenig Watte in den Becher, diese anfeuchten und anschließend Kresse-Samen darauf verteilen. Bereits zwei bis drei Tage nach der Aussaat kann geerntet und die Kresse beispielsweise auf einem Brot mit Frischkäse genossen werden. Sorten wie Zucchini oder Gurken zählen ebenfalls zu den Sprintern unter dem Gemüse. Je schneller Kinder einen Fortschritt erkennen können, umso eher bleibt die Freude und Motivation für das eigene kleine Biotop.

Erleben & genießen statt predigen & drängen
Je mehr Kinder über die Herkunft von Lebenssmitteln wissen und an deren Zubereitung beteiligt sind, desto eher sind sie bereit auch einmal etwas Neues zu probieren. Daher ist das Gärtnern mit Kinder sinnvoller als das „Predigen“, mehr Obst oder Gemüse zu essen oder Kinder sogar dazu zu drängen. Wer die Kresse auf der Fensterbank selbst gezogen und geerntet hat, bekommt ganz von alleine Lust darauf in das Frischkäse-Kresse-Brot zu beißen und es zu genießen.

 

 

Advent, Advent!

Foto: angieconscious / pixelio.de

24 Tipps für eine gesunde Adventszeit mit viel Bewegung und
ausgewogener Ernährung

Berlin, November 2014 – Mit dem Beginn der Adventszeit steigert sich auch die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Um die Wartezeit auf das große Fest zu verkürzen, sorgen Adventskalender für leuchtende Kinderaugen. Von peb gibt es auch in diesem Jahr wieder 24 Tipps, wie die Adventszeit zu einer Zeit des Genusses und einer Zeit für die ganze Familie wird.

Seien Sie gespannt und öffnen hier jeden Tag mit uns ein Türchen!

 

Was Kinder zu starken Persönlichkeiten macht

Früh übt sich: Was Kinder zu starken Persönlichkeiten macht

Berlin, November 2014 – Mit der Winterzeit kommt die Dunkelheit. Die Tage werden kürzer und den Kindern bleibt nach Schule und Hausaufgaben oftmals kaum noch Zeit, die wenigen hellen Stunden im Freien zu verbringen. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können die Folgen sein, vor allem wenn die Kinder aufgrund des laufenden Schuljahres ohnehin höheren Anforderungen und Zeitdruck ausgesetzt sind. Doch wie kann man sein Kind nachhaltig unterstützen, auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben? Was macht Kinder zu starken Persönlichkeiten? Die Antwort ist denkbar einfach: Herausforderungen, an denen sie wachsen können – und das am besten von Anfang an.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“

Kinder brauchen Herausforderungen, die sie fordern und fördern. Gut gemeinte Hilfestellungen von Eltern beim Klettern, Spielen oder den Alltagswegen können kontraproduktiv wirken. Denn jeder Erfolg, wie die erste Fahrt alleine auf dem Fahrrad, der erste Sprung vom 3-Meter-Brett oder der erste Schritt ohne elterliche Unterstützung fördert die Entwicklung von Selbstwirksamkeit und den Aufbau eines positiven Selbstkonzepts. Jungen und Mädchen ist also nicht geholfen, wenn sie sich nie alleine mit bestimmten Situationen und Gegebenheiten auseinandersetzen müssen. Die `kleinen Gefahren`, die aufgeschürfte Knie oder blaue Flecken verursachen können, werden durch die positive Persönlichkeitsentwicklung bei weitem aufgewogen. Wer von Klein auf lernt mit Schwierigkeiten und Rückschlägen umzugehen, hat im späteren Leben bessere Chancen, die großen Herausforderungen zu meistern. Wer so aufwächst, hat gute Chancen eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Rückschläge zu entwickeln.

Diese Widerstandsfähigkeit – auch als `Resilienz` bezeichnet – ist die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu meistern, Belastungen standzuhalten und dadurch an ihnen zu wachsen. Ähnlich wie bei einem Schnupfen, den sich manche Kinder bei der ersten Zugluft einfangen, erkälten sich andere Kinder wiederum nur selten. So wie man hier von einem intakten Immunsystem spricht, meint Resilienz vereinfacht gesagt die `psychische Widerstandsfähigkeit`, also die Fähigkeit, kritische Situationen zu meistern, ohne Schaden davon zu tragen. Resilienz lässt sich aufbauen, da es sich um ein dynamisches, von Wechselwirkungen beeinflusstes Merkmal handelt, welches konstruktiv beeinflusst werden kann.

Herausforderungen gekonnt meistern

„Kinder sollte man aufmerksam begleiten und keine unnötigen Hilfsmittel einsetzen: Kein Dreirad mit Stange, kein ständiger Buggy-Einsatz. Sonst lernen Kinder nicht, dass es sich lohnt, sich anzustrengen und zu denken ‚ich kann das schaffen‘. Unsere Botschaft an Kinder sollte sein: `Probier etwas mal selber und du wirst stolz und glücklich sein, wenn du es geschafft hast!`“ so die peb-Vorstandsvorsitzende und Sportpsychologin Prof. Ulrike Ungerer-Röhrich.

Eltern sollten also von Beginn an ihre Kinder ermuntern, möglichst viel alleine auszuprobieren, zwar unter Aufsicht, aber ohne helfende Hand: Ob im Kleinkindalter alleine den Treppenaufstieg zu wagen oder als Schulkind den überschaubaren Schulweg alleine zurückzulegen. Beobachtet man Eltern mit kleinen Kindern, die ihre ersten Schritte machen, so hört man oft `Pass auf, fall nicht hin, tu dir nicht weh`. Die Kinder sollten aber hören `Klasse, super, weiter so!`.

Wenn die Langeweile im Kinderzimmer Einzug hält

„Mama, Papa, mit ist so langweilig. Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Diese Sätze kennen alle Eltern. Auch wenn es schwer fällt – Eltern sollten nicht sofort darauf reagieren. Die Zeit, in der vermeintlich nichts passiert, ist für die kindliche Entwicklung äußerst notwendig. Zum einen brauchen Kinder diese Zeit, um die vielen Eindrücke um sie herum verarbeiten zu können. Das geht nur in Zeiten der Ruhe, in denen nicht viel um das Kind herum passiert. Jeden Tag der Woche mit Programm zu füllen, lässt zwar eher weniger Langeweile aufkommen, führt jedoch schnell zu Überforderung. Zeiten der Langeweile zu durchleben und zu meistern, fördert zum anderen Kreativität, Fantasie und auch Selbstständigkeit. Denn wenn dem Kind kein Unterhaltungsprogramm geboten wird, das es nur konsumieren muss, liegt es an ihm selbst, sich eine schöne Beschäftigung zu suchen. Hat es das geschafft, ist das ein Erfolgserlebnis, das auch für kommende Situationen das Selbstvertrauen stärkt.

Um die Kreativität und den Entdeckergeist der Kinder zu fördern, bieten sich Spielsachen ohne starre Spielanleitung an. Alte Kleidungsstücke regen zum Verkleiden an, aus Decken können phantasievolle Höhlen gebaut werden, große Kartons stehen als Rennauto bereit und aus Kastanien, Steinen und Ästen entstehen tolle Gebäude, Landschaften und Figuren.

Langeweile kann auch sehr gut für ein neues Spiel „genutzt“ werden:
Eltern und Kind versuchen zehn Minuten einmal nichts zu machen, und nehmen nur ihre Umgebung wahr: Was hört man für Umgebungsgeräusche, welcher Vogel zwitschert dort, was passiert dort unten auf der Straße, und wohin schweifen die Gedanken, wenn man versucht, an nichts zu denken….? Erstaunlich, wie spannend auf einmal Langeweile sein kann!

Süßes, sonst gibt’s Saures!

Foto: Joujou/pixelio

Spaß und Spuk zu Halloween

Mit Halloween nähert sich im Oktober der schaurigste Feiertag des Jahres. Kürbis-Fratzen, kreative Verkleidungen und schaurig-schöne Dekorationen charakterisieren das aus Irland und den USA importierte Gruselspektakel. Die wohl bekannteste Halloween-Tradition ist aber die abendliche Jagd nach Süßigkeiten: Verkleidet als Gespenster, Hexen oder Vampire ziehen Kinder und Jugendliche am Abend des 31. Oktober von Tür zu Tür und fordern die Bewohner mit dem Spruch „Süßes oder Saures!“ (englisch: trick or treat) auf, ihnen Süßigkeiten zu geben. Wird der Wunsch der Kostümierten nicht erfüllt, so spielen sie den Bewohnern Streiche.

Festtag als Familientag
Obwohl Süßigkeiten bei den Halloween-Bräuchen sehr wichtig sind, bleibt das Halloween-Fest nicht auf Süßes beschränkt. Das Fest bietet auch einen schönen Anlass, gemeinsame Zeit mit der Familie zu verbringen. Das Schnitzen von Kürbislaternen und die Auswahl einer gruseligen Verkleidung machen gleich viel mehr Spaß, wenn die ganze Familie mit dabei ist. Noch mehr eignet sich das Umherziehen von Haus zu Haus als gemeinsame Familienunternehmung. Bewegung und frische Luft tun Kindern und Eltern gleichermaßen gut. Von den schönen Erinnerungen an diesen schaurig-schönen Familienabend profitieren Kinder in besonderer Weise.

Halloween-Leckereien mal anders
Süßigkeiten sind nicht die einzigen Halloween-Leckereien, an denen sich Kinder und Jugendliche erfreuen können. Kürbisse sind nämlich mehr als nur eine bloße „Schnitzleinwand“ – das Herbstgemüse eignet sich zur Zubereitung zahlreicher Speisen und ist von August bis Januar in jedem Supermarkt erhältlich. Die vielen verschiedenen Kürbissorten bringen noch einmal extra Abwechslung hinzu. Aus dem saftigen Kürbis-Fruchtfleisch kann man nicht nur wärmende Suppen, Risottos oder Aufläufe kochen, auch Süßspeisen oder Salate gewinnen durch den Kürbis an Geschmack. Dabei ist das Gemüse lange haltbar und vor allem ein gesunder Sattmacher: Kürbisse enthalten viel Wasser, Vitamin C und Kalium.

Wer den Gespenstern an der Tür am 31. Oktober nicht nur Süßwaren schenken möchte, kann seine Gaben auch um frisches Obst oder Gemüse ergänzen. Frische Äpfel, Birnen, Quitten, Trauben, Zwetschgen, Mandarinen und Clementinen sorgen für Abwechslung in der Tüte und sie gibt es in den Herbstmonaten günstig beim Obsthändler. Sind am Ende trotzdem zu viele Naschereien im Sammelbeutel, können Eltern für ihre Kinder eine „Schatzkiste“ einrichten. So kommen Kinder nicht in Versuchung, alles auf einmal zu essen und lernen gleichzeitig einzuteilen und zu genießen.

Erntedankfest – Die Gelegenheit Lebensmittel neu zu entdecken und wertzuschätzen.

Berlin, Oktober 2014 – Am 05.10.2014 ist Erntedankfest. Ein Fest, das die Menschen früher am Ende der Erntezeit feierten, um für die Feldfrüchte zu danken. Noch vor 100 Jahren lebte der größte Teil der Menschen auf dem Land und war davon abhängig, im Sommer genügend Vorräte für den Winter anzulegen. Heute, da Lebensmittel „aus dem Supermarkt kommen“, ist für viele Kinder nicht mehr vorstellbar, dass eine Mahlzeit hart erarbeitet werden muss. Das Erntedankfest ist also eine gute Gelegenheit, Kindern zu erklären woher die Lebensmittel kommen, die man das ganze Jahr über im Laden oder auf dem Markt kaufen kann und die Wertschätzung hierfür zu fördern. Ein willkommener Anlass an diesem Tag, oder auch an den darauf folgenden Wochenenden, einen Ausflug aufs Land zu unternehmen. Im Herbst feiern viele Bauernhöfe Hoffeste, bei denen Kinder viel über die Herkunft der Lebensmittel erfahren können.

Kochkompetenzen von Anfang an fördern

Auch der alltägliche Umgang mit Lebensmitteln und die Beteiligung von Kindern an der Zubereitung von Mahlzeiten fördern die Wertschätzung für Lebensmittel. Schon Kleinkinder können in der Küche mit anpacken: Anfänglich kann dies bedeuten, dass die Kinder die Löffel zum Tisch tragen und so beim Tischdecken helfen. Wenn sie das erste Mal selbstständig eine Gurke schneiden, sind Kinder „stolz wie Oskar“. So gehört der Umgang mit Lebensmitteln von Beginn an zur Lebenswelt der Kinder und ein ausgewogenes Ernährungsverhalten wird auf diese Weise auch gleich gefördert. Erntedank ist also eine gute Gelegenheit, Kindern den Weg der Lebensmittel zu zeigen, indem man zum Beispiel selbst Brot oder Pizza bäckt oder Apfelmus kocht. Beim Kochen und Essen sollten Eltern ihren Kindern ein Vorbild sein und Essensreste verwerten, statt sie wegzuwerfen. Nudeln und Kartoffeln vom Vortag schmecken wunderbar, wenn man sie mit Ei und etwas Gemüse aufbrät und Eintöpfe schmecken aufgewärmt oft noch besser, als am ersten Tag.

Einsatz der Tafeln zur gerechteren Verteilung von Lebensmitteln

Wertschätzung von Lebensmitteln – eine Aufgabe, der sich die Tafeln in Deutschland angenommen haben. Millionen Menschen in Deutschland leben in Armut; vielen bleiben nur wenige Euro, um Lebensmittel zu kaufen. Gleichzeitig werden pro Kopf im Durchschnitt 82 kg Lebensmittel im Jahr in den Müll geworfen. Die Tafeln sammeln Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch qualitativ einwandfrei sind, wie z.B. Backwaren vom Vortag oder Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern, und geben diese an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen weiter. Neben dieser Arbeit ist es ein Anliegen der Tafeln, auf eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen hinzuwirken. Durch Aktionen, wie die „Langen Tafeln“, die regelmäßig in Innenstädten veranstaltet werden, sollen Gesellschaft und Politik auf das Ungleichgewicht in der Lebensmittelverteilung aufmerksam gemacht werden.

Auch im Bereich der Bildung engagieren sich die Tafeln. Die Berliner Tafel beispielsweise geht mit ihrem Projekt KIMBAschule in Schulen und gibt dort Kurse in Kochen und Lebensmittelkunde.