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An die Schaufeln – fertig – los! Gärtnern macht Kindern Spaß und motiviert zur Bewegung!

Der Frühling ist da! Zumindest fast…. Genau der richtige Zeitpunkt für Groß und Klein um sich als Gärtner auszuprobieren. Das gelingt besonders gut im eigenen Garten, aber auch in Blumenkästen auf Balkon oder Fensterbrett können Gemüse und Kräuter wachsen und gedeihen. „Beim Anpflanzen kommen Kinder an die frische Luft und in Bewegung. Außerdem werden sie auf diese Weise an Gemüsesorten herangeführt, die sie sonst vielleicht nicht probieren würden“, so Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin der Plattform Ernährung und Bewegung (peb). Großstadtkinder lernen, dass das Gemüse nicht im Supermarkt, sondern aus der Erde wächst. Eine selbstgezogene Karotte erfüllt mit Stolz und schmeckt deshalb doppelt so gut wie eine gekaufte. Das macht den Kindern Spaß und fördert die Lust am Probieren und vielseitigem Essen. Vielleicht bestehen die „Gärtner-Kinder“ schon bald auf das selbstgeerntete Basilikumblatt in der Tomatensoße? Kinder wollen ihre Erfolge am liebsten direkt nach dem Einpflanzen sehen, ernten und probieren. Deshalb sind Pflanzen die schnell wachsen, farbige Blüten entfalten oder leckere Früchte tragen besonders beliebt. Dazu gehören Sonnenblumen, Erdbeeren und Kräuter.

Die Sinne entdecken

Anfassen, Riechen und Schmecken – sich an der frischen Luft bewegen! Ob beim geöffneten Fenster oder im Garten: Gärtnern ist eine sinnliche Erfahrung. Der Duft von Blumen und Kräutern erfüllt die Luft. Die kleinen Hände tauchen in die feuchte Erde oder ertasten vorsichtig die Struktur der Blätter. Sobald das selbst geerntete Gemüse im Mund landet geht es auf eine geschmackliche Entdeckungsreise. Aus grünen Blättern, die auf dem ersten Blick identisch aussahen werden Melisse, Minze und Salbei. Beim genaueren Erkunden erkennen die Kinder die unterschiedlichen Formen, Gerüche und Geschmäcker. Lustige Überraschungen sind Kräuter, die gar nicht würzig schmecken, sondern fruchtig wie die Ananasminze oder lakritzartig süß wie Stevia. „Umso besser die Sinne geschult sind, desto exakter können Kinder die geschmacklichen Feinheiten von Speisen wahrnehmen. Auf diese Weise lernen Sie auch genussvoll, langsam und bewusst zu essen und auf Sättigungssignale zu achten“, erklärt die peb-Geschäftsführerin.

Ökologische Zusammenhänge erleben

Gartenarbeit ist nicht nur eine wunderbare Freizeitbeschäftigung, sondern auch Ökologie in der Praxis. Kinder können mit ihren eigenen Augen sehen, dass die Pflanzen sich verändern und in Wechselwirkung mit Ihrer Umgebung stehen. Sie lernen, dass bestimmte Gewächse besser im Schatten gedeihen, andere hingegen direkte Sonneneinstrahlung gut vertragen. Zum Gärtnern gehört nicht nur das Einpflanzen, sondern auch die Pflege. Wie bei uns Menschen kommt es bei der Ernährung auf das richtige Maß an. Bekommt die Pflanze kein Wasser verdurstet sie, bekommt sie zu viel ertrinkt sie. Das veranschaulicht den Kindern, dass Pflanzen Lebewesen sind und erinnert daran, dass sie auch mit ihrem eigenen Körper behutsam umgehen sollten. So wird die Wahrnehmung und Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit gesteigert.

Kita-Kinder als Gärtner

Erzieher können den Kita-Garten oder die Fensterbank gut nutzen, um den Kindern in der Kita regelmäßig Wissenswertes zu den Themen Ernährung, Gesundheit und Natur zu vermitteln. Darauf aufbauend lassen sich gemeinsame Ernte-, Probier- und Kochaktionen organisieren. Worauf es bei einer gesunden Kita sonst noch ankommt, verdeutlicht das Kitaprojekt von peb „gesunde kitas – starke kinder“. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.pebonline.de/gesunde-kitas-starke-kinder.html oder im Praxishandbuch, das peb im Cornelsen Verlag Skriptor herausgegeben hat und das im Buchhandel erhältlich ist. Praktische Hinweise können Interessierte außerdem in der peb-Arbeitshilfe für pädagogische Fachkräfte nachlesen, die zum kostenlosen Download verfügbar ist. Hier werden u.a. einfache Experimente (Duftbar, Fühltest) vorgestellt, mit denen Kinder lernen können, ganz bewusst die verschiedenen Geschmacks- und Geruchskomponenten der Nahrung wahrzunehmen.

Alltagsrituale und feste Regeln für einen gesunden Lebensstil

Konfliktvermeidung statt Erziehung – so sieht der Alltag in vielen jungen Familien aus. Um Konflikten mit ihren Kindern aus dem Weg zu gehen, machen Eltern ihren Kindern wenige Vorgaben und setzen kaum Grenzen. Der Familienalltag ist immer weniger durch Rituale und feste Essenzeiten geprägt, stattdessen versuchen Eltern oft, die Kinder mit Medienkonsum und Lebensmitteln außerhalb der Mahlzeiten zu beruhigen. Dabei sind die grundsätzlichen Informationen zum gesunden Lebensstil den meisten Eltern bekannt. Die Umsetzung im Alltag jedoch fällt oft schwer. 

„Ich musste als Kind immer essen, was auf den Tisch kam. Meinen Kindern will ich mehr bieten und versuchen, alles zu ermöglichen, was sie gerne möchten“, so eine Mutter im Rahmen einer Befragung für peb. Mit dieser Ansicht steht die Mutter nicht alleine da. Besonders jungen Eltern fällt es schwer, dem Anspruchsdenken ihrer Kinder etwas entgegenzusetzen und feste Regeln aufzustellen und beizubehalten, so die Ergebnisse der peb-Studie „Junge Eltern“ zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten in jungen Familien.

Entrhythmisierung des Alltags – gesunder Lebensstil braucht Regeln

Die Befragung der 330 Eltern mit Kindern im Alter von bis zu drei Jahren zeigt vor allem eines deutlich: Der Alltag von jungen Familien ist immer weniger durch Regeln, Rituale und feste Essenszeiten geprägt. Eltern machen ihren Kindern nur wenige Vorgaben und setzen selten konsequent Grenzen. Somit wird das Essen oft zur Verhandlungssache, bei der zwischen Eltern und Kindern ausgehandelt wird, was, wann, wie oft und wie viel gegessen wird. In der Folge können Probleme auftreten, Maß zu halten und Einschränkungen zu akzeptieren. Elternaussagen wie „Es ist viel zu schwierig, streng zu sein, wenn er mich mit seinen süßen Augen anguckt“ verdeutlichen, wie schwer es fällt, feste Regeln aufzustellen und beizubehalten. Dabei hat sich erwiesen, dass Alltagsroutinen die Grundlage für eine erfolgreiche Gesundheitsbildung im Familienalltag darstellen. 

Permanente Konfliktvermeidung

Viele Eltern versuchen Konflikten aus dem Weg zu gehen, indem sie mit Medienkonsum und Lebensmitteln außerhalb der Mahlzeiten versuchen, ihre Kinder zu beruhigen. Auch zeigt die Befragung, dass es jungen Eltern schwerfällt, dass ihr Kind kurzzeitig unzufrieden ist. Zum Teil werden Kinder bei jeder kleinsten Unlustäußerung (Hunger, Langeweile o. ä.) durch Essen, Trinken oder den Fernseher „ruhig gestellt“. Dies ist vor allem auf den hohen Anspruch der Eltern zurückzuführen, ihr Kind solle immer glücklich und zufrieden sein.
Hinzu kommt, dass sich Eltern eher Sorgen machen, ihr Kind könne zu wenig statt zu viel essen. Mit 63 Prozent stimmen in der peb-Befragung weit über die Hälfte der Eltern der Aussage zu, trotz einigermaßen fest geplanter Mahlzeiten ihrem Kind auch zwischen den Mahlzeiten etwas zu essen zu geben, wenn es danach verlangt. Wenn Kinder jedoch ständig kleine Häppchen in Form von Keksen, Brötchen oder Obststückchen erhalten und Essen permanent zur Verfügung steht, können Kinder nicht lernen, Wartezeiten zwischen den festen Mahlzeiten zu überbrücken. Im extremen Fall entwickeln sie kaum noch ein wirkliches Hungergefühl.

Bewegung braucht Freiräume – physisch und psychisch

Bewegung im Kindesalter ist elementar. Nicht nur für die motorische Leistungsfähigkeit, die körperliche und seelische Gesundheit, sondern auch für frühkindliche Bildungsprozesse – Bewegung gehört zu einem gesunden Lebensstil untrennbar dazu. Dies impliziert jedoch auch Loslassen und Fortbewegung, also eine Lockerung der Bindung, die oftmals von Eltern unbewusst abgelehnt bzw. sogar gefürchtet wird. Ein Kind, das sich frei bewegt, wird schneller eigenständig, was viele Eltern (zumeist unbewusst) verhindern, da die symbiotische Verbindung zum Kind gefährdet scheint. Zudem ist Bewegung im Sinne von eigenständiger Fortbewegung oft angstbesetzt, und Eltern malen sich aus, was schlimmstenfalls passieren könnte. In der Folge werden die Kinder von Beginn an häufig zu viel getragen und überversorgt und können damit zu wenig dem eigenen Bewegungsdrang folgen. Dies zeigt, dass Bewegungsförderung in den ersten Lebensjahren vor allen Dingen darin bestehen sollte, Räume zu schaffen, in denen sich Kinder sicher bewegen und ihrer Entdeckungsfreude nachgehen können. In der peb-Umfrage bestätigt eine Mutter: „Früher musste ich immer wissen, was mein Kind tut, habe es keine Sekunde aus den Augen gelassen, habe es ständig beschäftigt. Mein Mann sagte immer wieder: Lass das Kind doch einfach mal spielen und eigene Impulse entwickeln. Es hat lange gedauert bis ich das verstanden habe.“

Fazit

Geregelte Tagesabläufe und Routinen stellen sich nicht nur als positiv für das seelische Wohlbefinden von Kindern heraus sondern bilden auch die Grundlage für eine erfolgreiche Gesundheitsbildung im Familienalltag und reduzieren das Risiko für kindliches Übergewicht. Regelmäßig gemeinsam in der Familie verbrachte Zeit wirkt sich vor allem bei Kindern günstig auf eine gesundheitsfördernde Entwicklung aus und schafft auch für die Erwachsenen einen positiven Familienalltag.

Sitzen Sie und Ihre Familie zu viel? Hier gibt’s den Test!

Ob auf dem Weg zur Arbeit, im Büro oder abends auf dem Sofa – häufig ist uns gar nicht bewusst, wie viel Zeit des Tages wir eigentlich im Sitzen verbringen. Dabei hat der Sitzende Lebensstil einen großen Einfluss auf die Entwicklung und die Gesundheit von Familien.

Mit dem Sitz-Check von peb können Familien ihr Sitzverhalten und ihr Wissen zum Sitzenden Lebensstil hinterfragen.  Innerhalb kurzer Zeit erhält jede Familie die Einschätzung ihres Sitz-Typs und entsprechende Tipps für den Alltag.

Für Kinder gibt es eine eigene Version des Sitz-Checks. Damit auch Kinder im Vorschulalter mitmachen können, werden die Fragen bei Bedarf von Peb & Pebber vorgelesen!

Probieren Sie es doch einmal aus!