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Balkonien statt Balearen! Wie der Familienurlaub auch zu Hause für Groß und Klein zum Erlebnis wird

Die Ferienzeit geht bald los! Manche Familien zieht es in die Ferne, andere bleiben gerne auch mal zu Hause in den eigenen vier Wänden. Um der häuslichen Routine trotzdem zu entgehen, können Eltern mit ihren Kindern Neues ausprobieren und das gewohnte Umfeld mal so richtig auf den Kopf stellen. So wird dem Fernweh erst gar keine Chance gegeben. Der Besuch von Museen, Spielplätzen, Badeseen oder einfach eine Schnitzeljagd im Park oder im Wald, mit anschließendem Picknick sind einige von vielen verschiedenen Möglichkeiten. Im Vordergrund sollten dabei immer Entspannung und Genuss stehen. Denn im Urlaub geht es doch darum, dass die ganze Familie Zeit füreinander und gemeinsam Spaß hat!

Spannt die Zelte!
Eltern können für die richtige Urlaubsstimmung sorgen, indem sie sich schon im Vorfeld mit ihren Kindern Gedanken machen, was die Familie gemeinsam in der freien Zeit unternehmen kann und wie jeder auf seine Kosten kommt. Damit die Kinder sich also nicht schon nach den ersten Ferientagen daheim langweilen, können Ausflüge geplant werden – die vielleicht auch mal länger als einen Tag dauern. Campen liegt beispielsweise ganz groß im Trend. Viele verschiedene Orte können in kurzer Zeit bereist werden, das Hotel ist jederzeit in der Tasche dabei. Dafür müssen Familien nicht einmal in die Ferne schweifen, wenn ein Zeltplatz oder sogar ein eigener Garten zur Verfügung stehen. Für größere Kinder ist es ein tolles Erlebnis im Garten zu zelten. Eine Fahrradtour zu einem Zeltplatz nicht weit von zu Hause, ist schon ein kleiner Aktivurlaub. Zusätzlich zu einer Kühlbox voll mit frischem und leckerem Proviant für ein paar Tage, sorgen andere Utensilien wie beispielsweise ein Volleyball oder ein Badminton-Set für gute Urlaubsunterhaltung. So kann die ganze Familie in der Natur durchatmen, relaxen und Spaß haben. Für alle, die zuhause bleiben, haben wir ein tolles Familienspiel, das Bewegung in die Woche bringt: Unter http://www.familienaufstand.de treten Eltern gegen Kinder an und bringen Schwung in den Alltag! Also, Aufstehen und auf die Füße, fertig, los!

Spanisch oder mexikanisch?
Auch beim Essen kann man in Urlaubsstimmungkommen und das Beste daran: Man muss nicht in ferne Länder reisen, um neue Dinge zu probieren. Spannend wird es für die Kinder, wenn jeder Tag unter einem anderen Motto steht. Der Montag beispielsweise kann mit einem traditionellen englischen Frühstück gestartet werden. Haferflocken in Milch oder Wasser gekocht, mit etwas Zimt und Erdbeeren serviert und fertig ist der „Porridge“. Am nächsten Tag dürfen sich die Kinder zum Mittag-oder Abendessen dann wieder auf ein neues Land freuen. Eine Paella, das Nationalgericht der spanischen Region Valencia, verwandelt den heimischen Esstisch mit ein wenig spanischer Hintergrundmusik und passender Dekoration ruckzuck zu einem mediterranen Restaurant. Ferienzeit ist eine Zeit der Neuentdeckungen: Das gilt auch für Lebensmittel, die sonst vielleicht nicht ihren festen Platz im Speiseplan haben. Welches Kind würde nicht neugierig werden, wenn es den Namen „Drachenfrucht“ hört und die dazugehörige pinke Schale sieht! Auch verschiedene Gewürze und Kräuter können den Kindern fremde Länder durch Geschmacksproben näher bringen: Asiatische Reisgerichte mit Curry, nordafrikanischer Couscous-Salat mit Minze oder mexikanische Tortilla mit Avocado. Also ran an exotische Gerichte, um den Gaumen auf eine Expedition in fremde Länder zu entführen.

Tipps zum gesunden Schulstart

Mit der Einschulung beginnt für viele Kinder eine aufregende und neue Zeit – aber auch eine Zeit in der sie mehr sitzen müssen. Die Übergewichtsentwicklung von Kindern steigt mit dem Übergang vom Kindergarten in die Schule sprunghaft an. Dies zeigt auch die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Instituts. So liegt laut einer  neuen Auswertung die Zunahme des Anteils an übergewichtigen Kindern in Deutschland insbesondere um das Alter von 7,2 Jahren. Mutmaßlich ist dies der Umstellung des Tagesablaufes der Schulanfänger geschuldet. Daher ist ein verlässlicher und strukturierter Tagesablauf mit regelmäßigen und ausgewogenen Mahlzeiten sowie mindestens einer Stunde intensiver Bewegung entscheidend für die Vorbeugung von Übergewicht und damit für die gesundheitliche Entwicklung der Kinder.

Was kommt in die Schultüte?
Der erste Schultag ist ein besonderer Tag und die Schultüte soll diesen auch sicherlich versüßen!  Aber Vorsicht – der Inhalt muss nicht nur aus Naschereien bestehen. Die ABC-Schützen freuen sich auch über kleine Geschenke, die nicht essbar sind.  In Hinblick auf die langen Sitzzeiten kommen z.B.  kleine Bewegungsspiele für die Hofpause besonders gut an: Gummitwist, Springseil oder Straßenmalkreise versprechen eine bewegte Hofpause und machen Groß und Klein viel Spaß! Schöne Alternativen für die Schultüte  sind auch eine schöne Trinkflasche oder Brotbox für den Pausenproviant.

Frühstück – die schönste aller Mahlzeiten
Ein gemeinsames Frühstück schweißt nicht nur die Familie zusammen und hilft ausgeruht in den Tag zu starten, es dient auch dazu, die über Nacht geleerten Energiespeicher wieder aufzufüllen. Zudem belegen Studien, dass die geistige Leistungsfähigkeit steigt und das Risiko für Übergewicht gemindert wird, wenn Kinder morgens regelmäßig und ausgewogen frühstücken. Sofern die Kinder morgens noch keinen Appetit haben, kann eine Kleinigkeit Zuhause und ein zweites Frühstück in der Schule die geeignete Lösung sein: Ein belegtes Brot, etwas Rohkost oder Obst sowie ein Getränk liefern nicht nur neue Energie sondern schmecken auch gut. In einer stabilen Brotbox verpackt sieht das Pausenbrot auch noch nach ein paar Schulstunden appetitlich aus. Doch auch ihr Mittagessen und Abendessen sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten sollten Kinder regelmäßig bekommen. „Dies fördert ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit und verringert gleichzeitig die Gefahr von Übergewicht“ so Prof. Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorstandsmitglied der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb).

Wer rastet, der rostet – Bewegungszeiten für Kinder sind wichtig
Kinder haben den natürlichen Drang sich zu bewegen und dem sollten sie auch nachkommen dürfen. „Täglich mindestens eine Stunde draußen spielen ist genauso wichtig wie Hausaufgaben machen“ rät Prof. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaft KIT Karlsruhe und Mitglied im Expertenbeirat von peb. Durch die Bewegung können Kinder den Stress abbauen und tragen ein deutlich geringeres Risiko übergewichtig zu werden. Bereits auf dem Schulweg kann man dem Bewegungsmangel bei Kindern vorbeugen. Nichts weckt morgens besser die Lebensgeister als den Weg zur Schule gemeinsam zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

 

peb-Adventskalender: 9.Dezember

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Löffelfechten

Wenn es draußen wirklich zu ungemütlich ist, heißt es, kreativ werden! Mit allem kann gespielt werden und Stühle, Kissen und Kochtöpfe oder Löffel sind nicht nur Haushaltsgegenstände, sondern können auch als Spielgeräte benutzt werden. Hier stellen wir ein Spiel vor, das vor allem die koordinativen Fähigkeiten fördert. Beide Spieler bekommen jeweils zwei Löffel und zwei Tischtennisbälle. Auf einem Löffel müssen die Spieler versuchen, den Ball zu balancieren, mit dem anderen Löffel versuchen die Spieler gegenseitig, sich den Löffel vom Ball zu schubsen. Wer seinen Ball behält, gewinnt die Runde!

Mehr Spielideen mit den TV-Helden Peb & Pebber gibt´s hier:

http://pebonline.de/231.html.

Was Kinder zu starken Persönlichkeiten macht

Früh übt sich: Was Kinder zu starken Persönlichkeiten macht

Berlin, November 2014 – Mit der Winterzeit kommt die Dunkelheit. Die Tage werden kürzer und den Kindern bleibt nach Schule und Hausaufgaben oftmals kaum noch Zeit, die wenigen hellen Stunden im Freien zu verbringen. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können die Folgen sein, vor allem wenn die Kinder aufgrund des laufenden Schuljahres ohnehin höheren Anforderungen und Zeitdruck ausgesetzt sind. Doch wie kann man sein Kind nachhaltig unterstützen, auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben? Was macht Kinder zu starken Persönlichkeiten? Die Antwort ist denkbar einfach: Herausforderungen, an denen sie wachsen können – und das am besten von Anfang an.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“

Kinder brauchen Herausforderungen, die sie fordern und fördern. Gut gemeinte Hilfestellungen von Eltern beim Klettern, Spielen oder den Alltagswegen können kontraproduktiv wirken. Denn jeder Erfolg, wie die erste Fahrt alleine auf dem Fahrrad, der erste Sprung vom 3-Meter-Brett oder der erste Schritt ohne elterliche Unterstützung fördert die Entwicklung von Selbstwirksamkeit und den Aufbau eines positiven Selbstkonzepts. Jungen und Mädchen ist also nicht geholfen, wenn sie sich nie alleine mit bestimmten Situationen und Gegebenheiten auseinandersetzen müssen. Die `kleinen Gefahren`, die aufgeschürfte Knie oder blaue Flecken verursachen können, werden durch die positive Persönlichkeitsentwicklung bei weitem aufgewogen. Wer von Klein auf lernt mit Schwierigkeiten und Rückschlägen umzugehen, hat im späteren Leben bessere Chancen, die großen Herausforderungen zu meistern. Wer so aufwächst, hat gute Chancen eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Rückschläge zu entwickeln.

Diese Widerstandsfähigkeit – auch als `Resilienz` bezeichnet – ist die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu meistern, Belastungen standzuhalten und dadurch an ihnen zu wachsen. Ähnlich wie bei einem Schnupfen, den sich manche Kinder bei der ersten Zugluft einfangen, erkälten sich andere Kinder wiederum nur selten. So wie man hier von einem intakten Immunsystem spricht, meint Resilienz vereinfacht gesagt die `psychische Widerstandsfähigkeit`, also die Fähigkeit, kritische Situationen zu meistern, ohne Schaden davon zu tragen. Resilienz lässt sich aufbauen, da es sich um ein dynamisches, von Wechselwirkungen beeinflusstes Merkmal handelt, welches konstruktiv beeinflusst werden kann.

Herausforderungen gekonnt meistern

„Kinder sollte man aufmerksam begleiten und keine unnötigen Hilfsmittel einsetzen: Kein Dreirad mit Stange, kein ständiger Buggy-Einsatz. Sonst lernen Kinder nicht, dass es sich lohnt, sich anzustrengen und zu denken ‚ich kann das schaffen‘. Unsere Botschaft an Kinder sollte sein: `Probier etwas mal selber und du wirst stolz und glücklich sein, wenn du es geschafft hast!`“ so die peb-Vorstandsvorsitzende und Sportpsychologin Prof. Ulrike Ungerer-Röhrich.

Eltern sollten also von Beginn an ihre Kinder ermuntern, möglichst viel alleine auszuprobieren, zwar unter Aufsicht, aber ohne helfende Hand: Ob im Kleinkindalter alleine den Treppenaufstieg zu wagen oder als Schulkind den überschaubaren Schulweg alleine zurückzulegen. Beobachtet man Eltern mit kleinen Kindern, die ihre ersten Schritte machen, so hört man oft `Pass auf, fall nicht hin, tu dir nicht weh`. Die Kinder sollten aber hören `Klasse, super, weiter so!`.

Morgen ist Weltkindertag

Jedes Jahr am 20. September wird in Deutschland der Weltkindertag gefeiert, um auf die Rechte der Kinder aufmerksam zu machen, seit 1989 mit großen Kinderfesten in inzwischen 400 Städten.

Der Weltkindertag wird in über 145 Staaten gefeiert. Jedes Land hat individuell ein Datum festgelegt, an dem der Tag gefeiert wird. Er geht auf die 9. Vollversammlung der Vereinten Nationen am 21. September 1954 zurück. Damals sprach sie die Empfehlung aus, einen weltweiten Kindertag einzurichten, um sich für die Rechte der Kinder und die Förderung der Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen einzusetzen.

Dieses Jahr steht der Weltkindertag unter dem Motto „Jedes Kind hat Rechte!“. Damit soll auf das 25-jährige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention aufmerksam gemacht werden. Diese schreibt unter anderem fest, dass alle Kinder ein Recht auf Überleben, persönliche Entwicklung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie das Recht auf Beteiligung haben. Des Weiteren schreibt sie vor, dass Kinder sich kör­per­lich, geistig, moralisch, seel­isch und gesellschaftlich gesund und in Frei­heit und Würde entwick­eln können sollen. Kindergesundheit ist deshalb stets ein wichtiges Thema an diesem Tag.

Im Januar dieses Jahres stellten die Vereinten Nationen fest, dass in Deutschland immer noch viele Defizite bei der Umsetzung der Kinderrechte bestehen. In Deutschland müssen die Ur­sa­chen von Kinderarmut stärker bekämpft und benachteiligte Kinder stärker unterstützt werden. Diese Missstände sollen mit dem morgigen Tag stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Das größte Kinder- und Familienfest zum Weltkindertag findet am Sonntag, den 21. September von 11:00 bis 18:00 Uhr in Berlin rund um den Potsdamer Platz statt. Aber auch in vielen weiteren Städten finden Aktionen statt. Über Veranstaltungen in den verschiedenen Regionen informiert die Internetseite des Weltkindertags.

Was die Kindheit in den letzten 30 Jahren verändert hat

Die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen ist in den vergangenen 30 Jahren um die Hälfte gestiegen und die Zahl der fettleibigen Kinder hat sich im gleichen Zeitraum sogar verdoppelt.
Dabei lässt sich das kindliche Übergewicht nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Der gesamte Lebensstil, die Balance zwischen Energieverbrauch und Energieaufnahme, ist entscheidend für die Entwicklung von Übergewicht. Ein Blick auf die kindliche Lebens- und Bewegungswelt zeigt, dass sich diese rasant gewandelt hat. Im Gegensatz dazu hat sich das Ernährungsverhalten nur geringfügig verändert. Welches sind also die entscheidenden Veränderungen in der Lebenswelt der Kinder?

Draußen spielen
Kaum jemand kann beschreiben, woran es liegt und wann es genau passiert ist. Aber fast alle Erwachsenen, die vor den 1990er Jahren aufgewachsen sind, beschreiben, dass sie noch auf der Straße zahlreiche, heute vergessene Bewegungsspiele (z. B. Gummitwist oder Himmel und Hölle) spielten und insgesamt bewegungskompetenter waren. Viele berichten, dass sie zu ihrer Zeit echte Profis im „Schweinebaumeln“, Bäumeklettern oder Radschlagen waren. Und dies ist nicht nur der verklärte Blick der heute Erwachsenen auf ihre Kindheit. Bekanntlich behauptet ja jede Erwachsenengeneration, dass früher alles besser war … Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass das körperliche Leistungsvermögen von Kindern dramatisch abgenommen hat. So ist die durchschnittliche Leistung im Standweitsprung bei Kindern um 16 cm zurückgegangen. Sportwissenschaftler beschreiben dies als vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Kreisklasse und Bundesliga. Kinder, die alleine oder in Gruppen draußen spielen, sind fast vollständig aus dem Straßenbild verschwunden. Das liegt nicht nur an der niedrigen Geburtenrate, sondern auch daran, dass die Kinder, die es gibt, weniger und wenn, dann nur als „Anhängsel“ ihrer Eltern oder unter pädagogischer Aufsicht nach draußen gehen. Dies hat Folgen für die Bewegungsfreiräume von Kindern, für ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und letztlich auch für ihre Gesundheit.

Schule
Der Anteil übergewichtiger Kinder steigt mit dem Eintritt in die Grundschule deutlich an, denn in diesem Zeitraum wechseln viele Kinder von einem bewegten in einen Sitzenden Lebensstil. Während in der Kita vergleichsweise viel Zeit und Platz für Bewegung ist, sollen die Bildungsziele in der Schule vor allem im Sitzen erreicht werden. Bildung und (sitzendes) Lernen hatten vor 30 Jahren in vielen Familien noch einen anderen Stellenwert. Die Kinder kamen (in Westdeutschland) mittags nach Hause und hatten nach den Hausaufgaben am Nachmittag Zeit zum Spielen: zumeist draußen und gemeinsam mit Freunden oder im Sportverein.
Spätestens seit dem Pisa-Schock vom Dezember 2001 liegt der Fokus auf der kognitiven Bildung – und das bereits im Kita- und Grundschulalter. In diesem Zusammenhang stellte der Bund, der sich sonst in Bildungsfragen zurückhält, mit dem Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) für die Jahre 2003-2007 insgesamt vier Milliarden Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen zur Verfügung. Körperliche und soziale Bildungsaspekte traten zunehmend in den Hintergrund. Und nach wie vor gilt: Gelernt wird im Sitzen! In der Folge vervielfachte sich der Anteil der Ganztagsschulen in Deutschland, ohne dass die abnehmenden Zeiten für Bewegung, Sport und Spiel immer ausreichend kompensiert wurden.

Medien
Die meisten heutigen Eltern können sich noch an eine Zeit erinnern, in der es im Fernsehen ein Testbild und somit einen Sendeschluss gab. Auch die An zahl von drei Fernsehkanälen (und keine nennenswerten alternativen Bildschirmmedien) ist heute kaum noch vorstellbar. Im Jahr 1984 startete das Privatfernsehen in Deutschland und führte zu einer Explosion der Programmvielfalt – und das rund um die Uhr. Mit dem Jahrtausendwechsel kam die zunehmende Nutzung des Internets hinzu. So nutzte im Jahr 2003 jeder Zweite das Internet und zehn Jahre später waren es mehr als drei Viertel der Bevölkerung. Hinzu kommt die noch rasantere Entwicklung der sozialen Medien: Im Jahr 2008 überschritt die Zahl der facebook- Nutzer die Millionenmarke und bereits 2011 nutzten in Deutschland mehr als 22 Millionen Menschen facebook. Da viele Eltern mit dieser Entwicklung selbst überfordert sind, fällt es ihnen oft schwer, ihren Kindern ein verantwortliches Mediennutzungsverhalten zu vermitteln. Somit wachsen Kinder heute wie selbstverständlich in eine multimediale Umwelt hinein – zumeist zu Lasten der Bewegung.

Eltern stehen heute vor der Herausforderung, die Risiken und Chancen dieser Veränderungen für ein gesundes Aufwachsen ihrer Kinder abzuwägen und die richtigen Lösungen für einen gesunden Alltag zu entwickeln. Da die Veränderungen in der Lebenswelt in den vergangenen 30 Jahren entwicklungsgeschichtlich beispiellos sind, fehlen noch die Traditionen, Gewohnheiten und Vorbilder, um eine bewegte Kindheit zu ermöglichen. Diese gilt es zu schaffen!