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Locker vom Hocker: Bitte aufstehen!

Langandauerndes Sitzen ist ein eigenständiger Risikofaktor für die Gesundheit. Mit dem Bewegungsspiel „Familienaufstand! Alles zählt nur Sitzen nicht“ hat die Plattform Ernährung und Bewegung in Kooperation mit der Universität Bielefeld ein Spiel entwickelt, das Familien für die langen Sitzzeiten im Alltag sensibilisiert und motiviert, mehr aufzustehen und sich mehr zu bewegen.

Am Arbeitsplatz, im Verkehr und in der Freizeit findet man sich oft in einer sitzenden Position wieder. Sei es im Auto, in der Schule, im Restaurant, vor dem Fernseher oder am Schreibtisch – überall wird gesessen. Der technische Fortschritt und die Veränderungen in den ökonomischen Lebensbedingungen haben unseren Alltag sicherlich erleichtert. Gleichzeitig führen sie aber zu Bewegungsarmut und verlocken zu ständiger Bequemlichkeit und haben dazu geführt, dass der Alltag vieler Menschen in weiten Teilen sitzend verbracht wird. Dies gilt nicht nur für den beruflichen Kontext, sondern auch für die Art und Weise, wie die Freizeit gestaltet wird oder wie alltägliche Wege zurückgelegt werden.

Mehrere Studien belegen, dass langandauerndes Sitzen ohne Unterbrechung ein eigenständiger Risikofaktor für die Gesundheit ist – unabhängig vom Ausmaß körperlicher Aktivität. Zugespitzt bedeutet das: Wer sich zwei Mal pro Woche beim Fußball auspowert, macht trotzdem nicht zehn Stunden Dauersitzen am Tag ungeschehen. Selbstverständlich ist Sport wichtig für die Gesundheit – aber die Risiken eines sitzenden Lebensstils kann Sport alleine nicht ausgleichen.

Bereits im Kindes- und Jugendalter sind Zusammenhänge zwischen einem sitzenden Lebensstil und der Gesundheit zu beobachten. Langfristig ist ein sitzender Lebensstil neben weiteren Faktoren wie Fehlernährung, fehlende sportliche Aktivität oder Schlafmangel ein gesundheitlicher Risikofaktor für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird langes Sitzen regelmäßig unterbrochen oder reduziert, sinkt das Risiko für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Darüber hinaus verbessern sich die körperliche Fitness sowie die schulische und motorische Leistungsfähigkeit. Außerdem sind Kinder emotional und sozial ausgeglichener und stärken ihre Knochengesundheit.

Entscheidend ist also, während des gesamten Tages immer wieder aufzustehen und langandauerndes Sitzen häufig zu unterbrechen. Mit sehr geringem Aufwand lässt sich so effektiv die Gesundheit fördern. Um Kinder frühzeitig für einen aktiven Lebensstil zu begeistern hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. gemeinsam mit der Universität Bielefeld das Spiel „Familienaufstand! Alles zählt nur Sitzen nicht!“ entwickelt, das Familien zum Aufstehen bewegt.

Das Spiel steht kostenfrei zum Download auf http://www.familienaufstand.de

Tipps zum gesunden Schulstart

Mit der Einschulung beginnt für viele Kinder eine aufregende und neue Zeit – aber auch eine Zeit in der sie mehr sitzen müssen. Die Übergewichtsentwicklung von Kindern steigt mit dem Übergang vom Kindergarten in die Schule sprunghaft an. Dies zeigt auch die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Instituts. So liegt laut einer  neuen Auswertung die Zunahme des Anteils an übergewichtigen Kindern in Deutschland insbesondere um das Alter von 7,2 Jahren. Mutmaßlich ist dies der Umstellung des Tagesablaufes der Schulanfänger geschuldet. Daher ist ein verlässlicher und strukturierter Tagesablauf mit regelmäßigen und ausgewogenen Mahlzeiten sowie mindestens einer Stunde intensiver Bewegung entscheidend für die Vorbeugung von Übergewicht und damit für die gesundheitliche Entwicklung der Kinder.

Was kommt in die Schultüte?
Der erste Schultag ist ein besonderer Tag und die Schultüte soll diesen auch sicherlich versüßen!  Aber Vorsicht – der Inhalt muss nicht nur aus Naschereien bestehen. Die ABC-Schützen freuen sich auch über kleine Geschenke, die nicht essbar sind.  In Hinblick auf die langen Sitzzeiten kommen z.B.  kleine Bewegungsspiele für die Hofpause besonders gut an: Gummitwist, Springseil oder Straßenmalkreise versprechen eine bewegte Hofpause und machen Groß und Klein viel Spaß! Schöne Alternativen für die Schultüte  sind auch eine schöne Trinkflasche oder Brotbox für den Pausenproviant.

Frühstück – die schönste aller Mahlzeiten
Ein gemeinsames Frühstück schweißt nicht nur die Familie zusammen und hilft ausgeruht in den Tag zu starten, es dient auch dazu, die über Nacht geleerten Energiespeicher wieder aufzufüllen. Zudem belegen Studien, dass die geistige Leistungsfähigkeit steigt und das Risiko für Übergewicht gemindert wird, wenn Kinder morgens regelmäßig und ausgewogen frühstücken. Sofern die Kinder morgens noch keinen Appetit haben, kann eine Kleinigkeit Zuhause und ein zweites Frühstück in der Schule die geeignete Lösung sein: Ein belegtes Brot, etwas Rohkost oder Obst sowie ein Getränk liefern nicht nur neue Energie sondern schmecken auch gut. In einer stabilen Brotbox verpackt sieht das Pausenbrot auch noch nach ein paar Schulstunden appetitlich aus. Doch auch ihr Mittagessen und Abendessen sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten sollten Kinder regelmäßig bekommen. „Dies fördert ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit und verringert gleichzeitig die Gefahr von Übergewicht“ so Prof. Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorstandsmitglied der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb).

Wer rastet, der rostet – Bewegungszeiten für Kinder sind wichtig
Kinder haben den natürlichen Drang sich zu bewegen und dem sollten sie auch nachkommen dürfen. „Täglich mindestens eine Stunde draußen spielen ist genauso wichtig wie Hausaufgaben machen“ rät Prof. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaft KIT Karlsruhe und Mitglied im Expertenbeirat von peb. Durch die Bewegung können Kinder den Stress abbauen und tragen ein deutlich geringeres Risiko übergewichtig zu werden. Bereits auf dem Schulweg kann man dem Bewegungsmangel bei Kindern vorbeugen. Nichts weckt morgens besser die Lebensgeister als den Weg zur Schule gemeinsam zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

 

Aufstehen, der Frühling beginnt!

Stück für Stück werden die Tage länger und die Temperaturen klettern über den Gefrierpunkt. Bald können wir wieder im T-Shirt draußen toben und barfuß über Wiesen rennen. Bewegung an hellen Tagen macht nicht nur Spaß, sondern beugt zugleich der Frühjahrmüdigkeit vor. Unter Einfluss von Licht werden die in den dunklen Wintermonaten geleerten Speicher für das „Gute-Laune-Hormon“ Serotonin wieder aufgefüllt. „Deshalb sollten wir uns im Übergang vom Winter zum Frühling besonders oft im Freien aufhalten“, rät Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin der Plattform Ernährung und Bewegung (peb). Außerdem wirkt Bewegung an der frischen Luft dem Sitzenden Lebensstil entgegen. Die HELENA-Studie zeigt, dass Jugendliche in Europa insgesamt zu viel sitzen: im Durchschnitt ca. 9 Stunden pro Tag, d.h. 70 Prozent ihrer Wachzeit. „Der Energieverbrauch beim Sitzen ist fast so niedrig wie der Energieverbrauch beim Schlafen. Neben allgemeiner Inaktivität bilden lange Sitzzeiten ein zusätzliches Risiko für die Entwicklung von Übergewicht. Umgekehrt schützt ein aktiver Lebensstil mit ausreichend Bewegung die Gesundheit“, erklärt Sportwissenschaftler und peb-Vorstandsmitglied Prof. Gerhard Huber.

Aufgestanden und raus da!

Die Schule ist vorbei und es ist trotzdem noch hell? Da blitzt sogar ein blauer Himmel unter der Wolkendecke hervor? Wunderbar! Jetzt können die Schüler die langen Klassenzimmer-Sitzzeiten im Park, auf dem Spiel- oder Sportplatz ausgleichen. Natürlich bietet das Wochenende auch tolle Gelegenheiten für ausgedehnte Spaziergänge oder kleine Wanderungen in der Natur, die nach und nach zu blühen beginnt. Auch Radtouren sorgen für mehr Schwung und Elan. Also anstatt mit dem Eltern-Taxi oder Bus zu Kita und Schule, rauf aufs Rad!

Bildschirmzeiten ok, aber in Maßen!

Die Jahreszeit zwischen Winter und Sommer ist oft unbeständig. Wenn es draußen mal regnet und stürmt muss man nicht gegen seine Bedürfnisse ankämpfen und um jeden Preis nach draußen gehen. Aber aufgepasst: Im Innenraum gehören sitzende Beschäftigungen wie Fernsehen, Computerspiele und Social Media zu den Lieblingsbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. In Maßen ist das auch unproblematisch und mit der Auswahl der richtigen Sendungen kann es sogar lehrreich sein. Insgesamt sollten Kinder und Jugendliche aber pro Tag nicht länger als ein bis zwei Stunden vor dem Bildschirm verbringen. Kinder unter zwei Jahren sollten überhaupt keine Bildschirmmedien konsumieren. Um die Bildschirmzeiten zu reduzieren, hilft es den Fernseher und Computer aus den Kinderzimmern zu entfernen. Erfolgsversprechend sei es auch, zeitliche Begrenzungen festzulegen. „Damit die jungen Menschen in einen eigenverantwortlichen Umgang mit Medien hineinwachsen, ist es ratsam, sie innerhalb der gesetzten Grenzen selbst über ihre Medienzeiten entscheiden zu lassen“, sagt Dr. Andrea Lambeck.1982_32a

Das Wochenende ist nah!

Nur noch wenige Stunden trennen die Meisten von dem wohlverdienten Wochenende. Das Wetter ist toll und soll es zur Abwechslung tatsächlich auch bleiben. Trotz allem freuen sich viele – und das natürlich auch nicht zu unrecht- einfach mal die Füße hochzulegen. Am Wochenende dürfen die Kids vielleicht auch mal vor dem Fernseher frühstücken oder den Tag mit der Spielekonsole „verzocken“. Aber wie bei vielen Dingen gilt auch hier: weniger ist mehr! Laut Ergebnissen der KIM-Studie (2012) verbringen 22% der Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren ihre Zeit bereits täglich vor dem Computer oder der Konsole um zu spielen. Mit 36% bei den Mädchen und 40% bei den Jungen spielt das Fernsehen eine weitaus dominantere Rolle und zählt als drittbeliebteste Freizeitbeschäftigung. Dieser gehen 79% der Kinder fast jeden oder jeden Tag nach (Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest (Hrsg.) 2013, aktualisierte Ausgabe).

peb „Mediennutzungsverträge“ für Eltern und Kinder
Vor diesem Hintergrund hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. „Mediennutzungsverträge“ für Familien entwickelt. Mithilfe dieser „Verträge“ können Eltern und Kinder gemeinsam Regeln zur Nutzung von verschiedenen Bildschirmmedien aufstellen und Familien- und Bewegungszeiten zum Ausgleich vereinbaren. Die Verträge richten sich an Kinder im Alter von 3-12 Jahren.

  • Kinder im Alter von 3-6 Jahren erhalten einen „Medienplan“ (Bild), welcher mit Coupons beklebt werden kann.
  • Die Kinder von 7-9 und 10-12 Jahren erhalten einen „Vertrag“.

Medeinplan 3-6 Jährige

Schritt für Schritt zum bewussten Medienkonsum
Je nach Alter des Kindes, liegen dem Medienkonsum pro Tag andere Empfehlungen zu Grunde. Ganz allgemein kann ein Richtwert von 10 Minuten Medienkonsum pro Lebensjahr genannt werden. Wobei Kinder unter drei Jahren von diesen Empfehlungen ausgenommen sind. Bilder auf dem Smartphone oder dem PC anzuschauen ist durchaus möglich. Der schnelle Bildwechsel beim Fernseh gucken kann die Kleinen jedoch schnell überfordern. Geht man also von diesen Empfehlungen aus, sollte ein Kind im Alter von bis zu sieben Jahren nicht mehr als 60 Minuten pro Tag Bildschirmmedien nutzen. Ab einem Alter von 7 Jahren gilt ein Richtwert von 1 – 2 Stunden Medienkonsum pro Tag. Diese Empfehlung umfasst ausdrücklich alle Arten von Bildschirmmedien (inkl. Handy und Smartphone). Zudem sind diese Empfehlungen nicht als Mindestzeiten zu verstehen und wie bereits gesagt: weniger (Medienzeit) ist mehr (Zeit zum Spielen)!

Die „Verträge“ und weitere Informationen zum Sitzenden Lebensstil finden Sie übrigens unter:
http://www.pebonline.de/359.html

Allen ein erholsames Wochenende!

Ein schöner Start!

Zum Schulbeginn ein paar Tipps und Anregungen für Kinder und Eltern.

Berlin, September 2015 – die wohl schönsten sechs Wochen für Kinder sind vorbei. Für viele Schulanfänger beginnt nun eine neue und aufregende Zeit, aber auch für die älteren Kinder heißt es wieder: die Schule fängt an!
Nun folgt die Familie, im Gegensatz zu der Ferienzeit, wieder einem anderen Rhythmus. Frühes Aufstehen, langes Sitzen am selben Ort und die eine oder andere Hausaufgabe kommt nun auch wieder auf die Kinder zu. Damit der Schulbeginn nicht zur Zerreißprobe für Eltern und Kinder wird, hier ein paar Tipps und Anregungen für einen guten Schulalltag.

Wir GEHEN in die Schule!
In den Ferien ist meist ein bewegter Alltag die Regel. Eltern verbringen wenn möglich, die Zeit mit ihren Kindern lieber draußen an der frischen Luft. Auf dem Spielplatz können sich die Kinder ordentlich auspowern und ihre Freizeit so richtig genießen. Viele Wege werden mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt. Warum also mit dem Schulstart die Bewegung stoppen? Da Kinder nun einen Großteil ihrer Zeit im Sitzen verbringen, wäre es gut, die Rahmenbedingungen so bewegt wie möglich zu gestalten. Bereits den morgendlichen Schulweg legen aber die meisten Kinder im Sitzen zurück. Viele Eltern fahren ihre Kinder lieber zur Schule, statt sie alleine gehen zu lassen, „Dabei sind es genau diese Erfahrungen, die den Kindern dabei helfen, selbstbewusster durch den Alltag zu gehen.“ so die peb-Geschäftsführerin Dr. Andrea Lambeck. Die Kleinen sollten jedoch, bevor sie den Weg alleine gehen, die Strecke ein paar Mal gemeinsam mit ihren Eltern ablaufen, sich die Umgebung erschließen und vielleicht die eine oder andere Abkürzung finden. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen Reflektoren, die sichtbar an Schulranzen und Anorak befestigt werden. Gehen die Nachbarskinder zur selben Zeit in die Schule, können mehrere Kinder zusammenlaufen und abwechselnd von einem Elternteil begleitet werden.

Bewegte Pause!
Nachdem der Weg in die Schule bewegt gestaltet wurde, gilt es nun auch die langen Sitzzeiten während der Schule abwechslungsreich zu gestalten. Innerhalb der Unterrichtsstunde kann der Lehrer für Bewegung sorgen, während der Pause können die Kinder das auch alleine. Kinder sind ohnehin sehr kreativ, wenn es darum geht, sich eine bewegte Umwelt zu schaffen. Fangen spielen, toben oder einfach ein bisschen über den Hof spazieren, dafür brauchen die Kinder nichts weiter. Der Bewegungsdrang kann aber auch zusätzlich noch unterstützt werden und je nach Umfang der Pause, können mit verschiedenen Utensilien Vorbereitungen getroffen werden: Zeigen sie ihrem Kind doch mal im Hof, wie man „Himmel und Hölle“ spielt und was sie dazu auf den Boden zeichnen müssen. Einmal in der Pause auf dem Schulhof aufgemalt, können die Kinder in der nächsten kleinen Pause eine kurze Hüpfpartie einlegen. Auch ein Springseil oder Bälle zum Jonglieren lassen sich gut in der Schultasche verstauen und sind in der Pause ruckzuck zum Spielen zu verwenden.

Sitzzeiten überprüfen!
Familien können mit dem Sitz-Check von peb überprüfen, welchem Sitz-Typ sie entsprechen und ihr Verhalten bei Bedarf anpassen: http://www.pebonline.de/?id=305

Laufend Lernen!

Tipps und Tricks, wie Eltern mit ihren Kindern auch beim Lernen in Bewegung bleiben.

Berlin, Juni 2015 – der Endspurt zum laufenden Schuljahr steht unmittelbar bevor. Gerade jetzt sind viele Eltern mit ihren Kindern noch einmal richtig gefordert auch die letzten Klassenarbeiten oder Prüfungen zu meistern. Gelernt wird jedoch noch immer zumeist im Sitzen und das Thema Bewegung gerät dabei ins Hintertreffen. Dabei müssen Bewegung und Lernen kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Die Wissenschaft ist sich einig, dass bewegte Kinder besser Lernen. Bewegung macht schlau!

Bewegte Bildung
„In den Bildungsplänen der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen wird der Bewegung eine Schlüsselfunktion zugeschrieben. Sie gilt als ‚Zünder‘ und ‚Motor‘ für das Lernen und die gesamte kindliche Entwicklung. Allerdings sieht die Alltagswelt unserer Kinder häufig anders aus – sie ist zunehmend von Bewegungsmangel geprägt.“ so Professor Dr. Klaus Roth vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg. Eltern und Pädagogen sind also gefordert eine Brücke zwischen Bewegungsspaß und Lernfrust zu schlagen und dadurch Bewegung und Lernen in Einklang zu bringen. Gute Beispiele dafür gibt es viele:

Laufdiktat und Brüche-Ball
Dem bewegten Lernen sind keine Grenzen gesetzt. Statt Vokabeln stur am Schreibtisch zu lernen, können z.B. die passenden Gegenstände mit Klebezetteln versehen und in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten verteilt werden. Anschließend gehen die Kinder auf die Suche – es entwickelt sich die „Vokabel-Schnitzeljagd“. Verschiedene Stationen mit Rechenaufgaben im Haus verteilt, bringen ebenfalls Schwung in die Sache. Erfordern die Aufgaben jedoch konzentrierte Stillarbeit, sollten diese regelmäßig durch Bewegungseinheiten wie Seilspringen oder Ball spielen unterbrochen werden. Die Kinder können das aufgenomme Wissen währenddessen laut widerholen oder sich dabei abfragen lassen.

Möbel-Mix
Schreibtisch und Schreibtischstuhl sind nach wie vor Klassiker im Kinder-zimmer. Dagegen spricht natürlich nichts, denn die Kinder haben dort Platz für sämtliche Schreibutensilien und einen Ablageplatz für Schulhefte und –bücher. Verschiedene Arbeitsplätze sollten, wenn möglich, jedoch geschaffen und genutzt werden. Auflockernde Alternativen können z.B. Sitzbälle oder das Arbeiten auf der Fensterbank und anderen erhöhten Flächen sein.

Unter http://www.pebonline.de/sitz-check.html können Familien ihr Sitzverhalten überprüfen und ihr Wissen zum Sitzenden Lebensstil testen.

Tipps, wie der Tag aktiver gestaltet werden kann, gibt es im Working Paper unter: http://www.pebonline.de/sitzender_lebensstil.html.

Tolle Ideen für Spiele oder Spielreihen für ErzieherInnen oder Interessierte gibt es in dem Buch „Mini-Ballschule“ von Klaus Roth, Ulrike Hegar und Christina Roth.

Zeit zum Aufstehen!

Der sogenannte „Sitzende Lebensstil“ gilt heute als eigenständiger gesundheitlicher Risikofaktor und wird mit der Entstehung von beispielsweise Diabetes mellitus Typ 2, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Übergewicht in Verbindung gebracht.
Bereits Kinder und Jugendliche verbringen ungefähr 70 Prozent der wachen Zeit des Tages sitzend. Die Gesundheitsförderung berücksichtigt dies noch zu wenig.

Im Zusammenspiel mit Präventionspraktikern und –experten hat die Plattform Ernährung und Bewegung die wichtigsten Fakten zum Sitzenden Lebensstil zusammengetragen und auf dieser Grundlage praxisrelevante Empfehlungen und Aufstehtipps für den Alltag in Familien, Kitas und Schulen entwickelt:

1. Bewegungszeiten und-rituale zum täglichen festen Bestandteil des Alltags werden lassen (vergleichbar mit Essenszeiten)!
2. Bewegung von Kindern als „natürlicher Modus“ akzeptieren und
ermöglichen!
3. Gestaltung des Kinderzimmers bezüglich des Verhältnis von Bewegungsplatz und Sitzmöbeln überprüfen und Bewegungsräumen und Freiflächen im Zweifel Vorrang geben!
4. Statt Bildschirmmedien einen Steh-Lernplatz im Kinderzimmer!
5. Kinder sollten täglich mind. eine Stunde draußen spielen und Wegstrecken (z.B. bei Ausflügen) oder Alltagswege möglichst aktiv (zu Fuß, per Roller, per Rad usw.) zurücklegen!
6. Sitzen alle 20 Min. durch Bewegung (seinheiten) unterbrechen!
7. Pausen in der Schule (ob 5-Minuten-Pause oder Große Pause), egal bei welchem Wetter, als Bewegungspause nutzen!
8. Begrenzungen und verbindliche Regeln für Medienzeiten gemeinsam aufstellen! (Schult die Selbstwahrnehmung für Medienkonsum)
9. Gemeinsam verbindliche Bewegungszeiten im Alltag planen!
10. Tragevorrichtungen, Mobilitätshilfen, Wippen u.Ä. für Babys und
Kleinkinder nur dosiert einsetzen!

Weitere Hintergrundinformationen und Tipps finden Sie hier!

 

Bitte aufstehen! Wie man dem Sitzenden Lebensstil von Kindern und ihren Familien frühzeitig entgegenwirken kann.

Spätestens im September wird vielen Kindern mit ihrer Einschulung neben Lesen und Schreiben vor allem eines beigebracht: Still sitzen. Mit dem Schulbeginn startet eine „Sitzkarriere“, die im erwachsenen Alter ihren Höhepunkt erreicht: Vom Auto an den Schreibtisch und abends auf das Sofa – viele Familien verbringen einen Großteil ihres Tages sitzend. Ist der Alltag von Erwachsenen von online-shopping, Autowaschanlage oder TV-Fernbedienung geprägt, sieht es bei den Kindern oft nicht wesentlich anders aus: Ein Grundschulkind in Deutschland verharrt durchschnittlich neun Stunden pro Tag in Sitzposition – Tendenz mit jedem Lebensjahr steigend! Fernsehen, Computerspiele und Social Media, all das sind beliebte Freizeitbeschäftigungen von Kindern – und eben sitzende Beschäftigungen. Denn Sitzen gilt als Ko-Aktivität, bei der eine andere Zieltätigkeit im Vordergrund steht wie z.B. die Hausaufgaben, Lesen oder Telefonieren.

Folgen des Sitzenden Lebensstils
Doch was ist eigentlich so ungesund am Sitzen? „Im Allgemeinen wird das Sitzen ja als etwas Positives angesehen, es ist oft wünschenswert, sich zu setzen, denn es bedeutet Ankommen und zur Ruhe kommen“ so Dr. Jens Bucksch von der Universität Bielefeld. „Das Problem ist, dass es einfach überhandgenommen hat. Mindestens die Hälfte unserer Wachzeit verbringen wir sitzend.“ Jeder Anlass wird bereitwillig zum Sitzen genutzt und die Entwicklung immer neuer Bildschirmmedien sowie vermeintliche Erleichterungen des Alltags verleiten zu einer weiteren Erhöhung des Anteils der Sitzzeiten.
Dass langes Sitzen Rückenschmerzen sowie Muskelverspannungen hervorruft, ist nichts Neues. „Doch permanente Inaktivität löst laut einer neuen Studie auch Stoffwechselstörungen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Ebenso steigt das Risiko für einige spezifische Krebser-krankungen“ erläutert Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthoch-schule Köln (DSHS). Der Leiter des Gesundheitszentrums der DSHS mode-riert seit vielen Jahren die Sendung „sportschlau“ in der ARD und berät mit weiteren Wissenschaftlern die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) im Fachbeirat zum Thema Sitzender Lebensstil. Mehr Sport zu treiben alleine hilft nicht, so ist sich der peb-Fachbeirat einig. Der richtige Ansatz dem Sitzenden Lebensstil zu begegnen, liegt in der häufigen Unterbrechung der vielen und lang andauernden Sitzphasen sowie in der Förderung der Alltagsaktivität, so die Wissenschaftler.
Je früher Kinder an einen aktiven Lebensstil herangeführt werden, desto größer ist auch die Chance, dass sie ihn als Erwachsene beibehalten und Spaß daran haben, sich oft und viel zu bewegen. Steigender Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen verdrängt zunehmend aktive Freizeitbeschäftigungen. „Aber auch volle Stundenpläne der Kinder, bei denen es von der Schule direkt zum Klavierunterricht und danach an den Abendbrottisch geht, lassen ihnen kaum Raum für Bewegung und befördern so den Sitzenden Lebensstil“, so die peb-Geschäftsführerin Dr. Andrea Lambeck.

Was tun?
Es ist letztlich denkbar einfach – aber in der Umsetzung doch so herausfordernd: Sitzen unterbrechen! Als Faustregel gilt, mindestens alle 20-30 Minuten aufstehen und sich bewegen. Je mehr Bewegung wie Fahrradfahren oder Treppensteigen von Anfang an in den Alltag eingebaut wird, desto selbstverständlicher wird ein aktiver Lebensstil auch im Erwachsenenalter. Sitzzeiten im Auto könnten verringert werden, da ein Großteil der Strecken gerade einmal unter drei Kilometer beträgt. Der Weg zu Schule oder Kita, der meist überschaubar ist, kann zumeist besser mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Auf diese Weise werden Kinder von Beginn an daran gewöhnt, Wege aus eigener Kraft zurückzulegen. Dabei sollte Bewegung kein lästiges „Muss“ sein: Je größer die Selbstverständlichkeit und der Spaß, desto größer ist auch die Chance, dabei zu bleiben!
Testen Sie, ob Sie und Ihre Kinder zu viel sitzen und machen Sie den
Sitz-Check von peb. Dort erhalten Sie auch praktische Anregungen, Empfehlungen und weitere Hintergrundinformationen.

FAQs zum Sitzenden Lebensstil
Was ist ein Sitzender Lebensstil?
Zu einem Sitzenden Lebensstil gehören alle wachen Aktivitäten, die im Sitzen oder Liegen stattfinden. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung von ÖPNV/ Auto (sog. passiver Transport), Schulunterricht, Arbeiten am Schreibtisch/ PC, Fernsehen, Computerspiele u.v.m.
Erreiche ich oder meine Kinder die Empfehlungen für körperliche Aktivität?
Ja, wenn Sie und Ihre Kinder durchschnittlich mindestens 30 min täglich moderat aktiv sind (z.B. mäßiges Radfahren). Wird dies nicht erreicht, wird dies als Bewegungsmangel oder körperliche Inaktivität bezeichnet.
Schadet zu viel Sitzen der Gesundheit?
Ja! Studien zeigen zum Beispiel Zusammenhänge zwischen zu langem und häufigem Sitzen und Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch zur Rückengesundheit. Bereits Stehen oder gemütliches Gehen wirkt sich günstig auf die Gesundheit aus!

WM 2014 – Dabei stehen ist alles!

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien steht vor der Tür. Mit ein paar Tricks lässt es sich verhindern, dabei zum Couch Potato zu werden.

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist gestartet und Groß und Klein sind wieder im Fußballfieber und verfolgen die Spiele im TV. Egal, ob im Stadion, beim Public Viewing, auf der Fanmeile oder Zuhause mit der Familie. Es muss nicht immer im Sitzen sein: Denn stehend jubelt es sich besser! Um sich in den nächsten vier Wochen nicht in ein Couch Potato zu verwandeln, braucht man nur ein paar Kleinigkeiten zu berücksichtigen.

Wer sitzt, steht auf – mindestens bei jedem Tor!

Wer die Spiele auf dem Sofa verfolgen will, sollte an regelmäßige Sitzunterbrechungen denken! Einfach alle 20 Minuten aufstehen, z.B. bei jedem Tor (besser nimmt man noch Eckbälle und Freistöße hinzu) und sich in der Halbzeit ein wenig bewegen. Dann tut man bereits etwas gegen den WM-typischen Sitzenden Lebensstil. Besser noch – man schaut einfach im Stehen oder bleibt auf andere Art in Bewegung. Wer mehr dazu wissen will, kann sich unter dem Stichwort Sitzender Lebensstil auf www.pebonline.de informieren oder kann hier gleich den Sitz-Check machen.

Sportliche Knabbereien vor dem Fernseher

Für viele Menschen gehören Grillen und Bier oder andere kleine Snacks einfach dazu. Mit ein bisschen Vorbereitung schafft man pünktlich zum Anstoß auch den passenden kulinarischen Rahmen: Neben dem klassischen Grillgut gibt es auch jede Menge Alternativen und Ergänzungen wie Grillgemüse oder frischen Gartensalat. Wer Lust hat, kann auch seine Gäste mit selbstgemixten Früchtecocktails aus tropische Früchten wie Ananas, Banane oder Melone oder Kokosnuss überraschen und seiner Familie oder seinen Gästen das Gefühl geben, direkt in Brasilien dabei zu sein.
Dabei stehen ist alles!

Und jeder kann mitmachen! Wer seine Bilder vom bewegten „Privat Viewing“ und leckeren Snackideen an plattform@pebonline.de schickt, wird mit ein bisschen Glück unter www.blogmitpeb.de veröffentlicht und erhält als kleines Dankeschön für die Familie eine DVD von Peb & Pebber.